Alles was ich geben kann

Ist es nicht Zeitverschwendung?

Stille werden, die Nähe Gottes suchen, hören was er zu sagen hat?

 

Es gibt so vieles, dass meine Aufmerksamkeit fordert und mir eindringlich sagt: Ich bin jetzt Prio. Erst ich, dann Gott. Gott kann warten.

Nein.

Es ist die wertvollste Zeit am Tag. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich diesen Tag erleben
kann. Seinen Tag für mich.

Ich möchte Gott wahrnehmen. Mich ihm zuwenden. Verbunden sein mit ihm. Aus ihm schöpfen, um für den Tag gerüstet zu sein. Hören was aus seiner Sicht dran ist.

Den Tag mit Gott besprechen.

To-do-Listen ablegen oder mit ihm erstellen. Pläne, Ängste, Sorgen mit ihm besprechen, seinen Rat dazu einholen. Loslassen. Mich auf ihn verlassen. „Rely on me“, das ist es, was ich gerade lerne.
8 Jahre habe ich meine Mama begleitet und gepflegt. Mein Leben um ihres herumgewoben, ihr Leben geregelt, dafür gesorgt, dass es ihr gut geht. Es blieb immer weniger Zeit um bei Jesus zu sitzen.
Ich musste „machen“, weil sie nicht konnte und niemand sonst es tat. Sie hat sich auf mich verlassen. Nun ist sie zuhause bei Jesus. Die Zeit der übermäßigen Betriebsamkeit ist vorbei. Nun muss ich nicht mehr wie Martha alles regeln. Nun muss ich nicht mehr abwägen, Mama oder Jesus.

Jesus, seine Nähe genießen. Kraft und Hoffnung empfangen.

Was zählt ist der Augenblick. Jetzt. Hier. Er. Ich.

Meine Bewunderung wie ein herrlich duftendes Öl vor seinen Thron ausgießen. Ihn anbeten.

Glaube ohne Werke ist tot.
Aber ohne eine innige Beziehung zu Gott auch. In den Phasen, in denen so überaus viel praktische
Pflege zu leisten war, war meine Beziehung zu ihm auf Sparflamme. Immer öfter habe ich es nicht
geschafft in seinem Wort zu lesen, zu beten und meiner Mutter geistlich zu dienen. Ich war aus-
gelaugt. Leer.

Niemand darf die notwendigen „Martha-Phasen“ im Leben kleinreden, manchmal ist es das, was in einer Lebensphase möglich ist. Jesus hat Martha nicht verurteilt, aber darauf hingewiesen, dass
Maria das Wesentliche, Entscheidende erwählt hat. Maria konnte still werden, weil Martha betriebsam war und ihr ein back-up gab. (Lukas 10, 38-42)

Du gibst gerade alles, was du geben kannst. Du tust es auch für Jesus, denn er sagt: Diese Menschen in Not gehören zu meiner Familie. Alles, was ihr an Gutem für sie getan habt, das habt ihr damit auch für mich getan!‹ (Matthäus 25,40 Das Buch)

Wenn in deinem Leben keine Martha ist und du selbst Martha sein musst, mach dir keine Vorwürfe. Gehe durch diese herausfordernde Zeit. Aber dann erinnere dich an Jesus. Lass dich in seiner Nähe, von ihm wieder aufbauen. Und dann genieße die „Maria-Time“ in vollen Zügen. Du weißt nie, wann Gott dich wieder als „Martha“ braucht, um eine Lücke zu füllen.

Alles, was ich geben kann, vertraue ich dir an.



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