PURIM
Wenn nicht ich, wer sonst.
Esther.
Schon als Teenager war ich von ihr beeindruckt, als mir beim Staubwischen die Bibel in die Hand fiel und ich Teile von Esthers Geschichte las. Sie war vermutlich nicht viel älter als ich, als sie so
mutig und entschlossen in Erscheinung trat.
Elternlos. Mittellos. In der Fremde.
Ihr Vormund meldet sie bei „eine Königin für Ahasveros“ an. Sie selbst hatte nicht den Mut.
Esther hatte alles verloren, bevor sie zu ihrem Onkel kommt, der ihr Vormund wird.
Sie verliert erneut alles, als sie tatsächlich auserwählt wird an Hof des Königs zu kommen.
Ein Jahr verbringt sie Tag für Tag im Spa, wurde verwöhnt, damit sich ihre Schönheit weiter
entfalten konnte. Sie wurde sicher beneidet und ausgegrenzt. Vertrauen konnte sie wahrscheinlich keiner Person. Sie war im Harem des Königs mit vielen anderen Frauen, die auch Königin werden
wollten.
Es gab eine Person die ihr wohlgesonnen war, der Leiter des Harems. Er bevorzugte sie, weil sie auch
ein schönes Herz hatte.
Sie war für den König tatsächlich nicht nur ein Date, nicht nur ein One-Night-Stand, er erwählte sie
und erhob sie zur Königin. Gott sorgte dafür, dass sie in eine Position erhoben wurde, die es ihr
möglich machte ihr Volk zu retten. Sie trug eine große Verantwortung.
Es gab eine Intrige des Hofbeamten Haman, er plante alle Juden im Perserreich an einem Tag zu ermorden. Er wollte das ganze Volk ausrotten.
Gott sah hinter die Kulissen, direkt in die Herzen, auch in das Herz von Haman und schob ihm einen
Riegel vor.
Gott suchte eine junge Frau für seine Rettungsaktion.
Er fand Esther, die breit war in den Riss zu treten, in die Höhle des Löwen zu gehen.
Sie wusste nicht, was sie erwarten würde. Ich habe Respekt vor ihrem Mut. Sicherlich hatte sie große Angst. Sie riskierte ihr Leben.
Durch geschickte Diplomatie, durch ihre Fürsprache beim König und Gottes Gnade brachte sie den mächtigen Minister zu Fall und erreichte, dass sich die Juden gegen ihre Widersacher wehren durften. Es gelang den Juden ihre Feinde zu besiegen.
Purim erinnert an die Rettung der persischen Juden.
Purim steht für den Mut zur Identität. Eine Erinnerung sich nicht unterkriegen zu lassen, auch dann
nicht, wenn Leben und Freiheit bedroht sind.
Es ist ein sehr fröhliches Fest.
Wichtige Purim-Traditionen
Das Fasten der Esther
Bevor sie aktiv wurde, rief sie alle Juden zu einem dreitägigen Fasten auf, an dem sie selbst auch teilnahm. Deshalb wird ein Tag vor der eigentlichen Gedenkfeier gefastet.
Es gibt die Esther-Megilla, die öffentliche Lesung des Buches Esther bei der jedes Mal Lärm gemacht wird, wenn der Name Haman fällt.
Ausgelassen Feiern
Im Buch Esther wird beschrieben, dass an diesem Tag ausgelassen mit gutem Essen gefeiert wurde und die Armen mit guten Speisen beschenkt wurden. So soll es auch heute noch sein. Purim ist ein Arbeitstag, an dem aber trotzdem fröhlich getanzt, gesungen, Lärm gemacht, viel getrunken und gut gegessen wird. Im Buch Esther ist das Siegesmahl als Trinkgelage bezeichnet, deshalb darf man sich
an diesem Tag sogar betrinken.
Kostümierung
In vielen Regionen verkleiden sich die Kinder, die es lieben die dramatische Geschichte und andere alttestamentlichen Berichte nachzuspielen.
Symbole für die Ohren des Bösewichts Haman:
„Hamantaschen“ sind ein dreieckiges, gefülltes Kleingebäck aus Kuchenteig; die Füllung kann aus Mohn, Früchten, Rosinen, Mandeln, süßem Weißkäse oder anderen Zutaten bestehen.
„Kreppchen“ versteht man gefüllte Nudelteigtaschen, die entweder eine Fleischfüllung haben und mit Brühe gegessen werden oder – mit Weißkäse und Sauerkirschen gefüllt – als Nachtisch dienen.
Beides wird gerne gegessen und verschenkt.
Quelle: Zentralrat der Juden, www.zentralratderjuden.de